Wednesday, 3. december 2008 3 03 /12 /Dez. /2008 22:56

Krass, krass- da sind sie rum, die 4 Monate Bogotá, Kolumbien. Bevor ich aber zu “emotionalen, rührenden und sentimentalen” Schlussworten komme, erst noch die Schilderung der letzten Woche. Denn die hatte es nochmal so richtig in sich und war sehr wohl voll von “emotionalen” Momenten.

Am Donnerstag wurde ich zu einem Geburtstag eingeladen. Da habe ich dann nochmal Leute getroffen, die ich noch nicht kannte. Die gleiche Prozedur: Bei Rum um Empanadas haben wir uns über Good Old Germany, die USA und Kolumbien unterhalten. Ich hab mich da mit einem sehr geil über Kommunismus und die Situation in Kolumbien usw. ausgetauscht. Da bin ich bis 3 geblieben, musste am nächsten Tag wieder arbeiten, um Abends von Kollegen in das Siemens eigene Restaurant eingeladen zu werden. Zu 12 sassen wir da am Tisch und es hat nicht lange gedauert, bis dem ersten Bier, die erste Schnapsflasche folgte ”Aguadiente”. Nach 1 ½ Stunden, so gegen 9 Uhr hat das Restaurant getobt. Denn verschiedene Leute haben sich bei traditionellen kolumbianischen Liedern, via Karaoke, die Seele aus dem Leib gebrüllt. Schon bald folgte der ersten, eine zweite Schnapsflasche… Wir haben gelacht, getanzt, getrunken und gescherzt. Das hat wirklich Spass gemacht, weil da, egal welchen Alters, die Leute ausgelassen gefeiert haben, sich gegenseitig verar…. haben und wieder zusammen gelacht haben. Um 11 ging es dann weiter zur nächsten Etappe- einem Club. Dort gab es Live Musik auf die Ohren, Merengue war das glaube ich… (den Schnaps erwähne ich jetzt nicht mehr). Aufgewacht am nächsten Tag, gings hoch und ab ins Goldmuseum. Das hatte ich schon mal erwähnt. Wer den Blog aufmerksam verfolgt weiss, dass ich gegen Anfang in “Guatavita- El Dorado” war, in dessen Laguna reichlich Gold gefunden wurde. Generell in Kolumbien… Das Museum hat wirklich Klasse, ist sehr modern und erklärt den Zusammenhang zwischen den Indianervölkern und den Goldpfunden. Die Stücke, die da ausgestellt sind, sind wirkliche Meisterwerke menschlichen Handwerkes und zu dem, puren Goldes. Nur tat der Kopf noch etwas weh und ich glaube, wir sind da etwas schneller durch, als man das normalerweise so macht…J

Gegen 17 Uhr und gerade aus dem Museum raus dachte ich mir (ich sagte es auch…):”So, jetzt ist Schluss; kein Alkohol, kein Tanz mehr und erstmal schlafen gehen!” “Alles klar”, hatte ich als Antwort bekommen. Eine Kollegin wollte mich nach Hause fahren und meinte, sie müsse nur kurz bei ihr anhalten um was zu holen, ich solle doch schnell mit hoch in die Wohnung kommen. Gut, der Dankbarkeit halber, habe ich das auch gemacht. Oben angekommen und mit dem ersten Tritt in der Wohnung, haben mir dann erstmal die Worte gefehlt: Das gesamte Wohnzimmer ist in den Farben Kolumbiens dekoriert. “Wir haben uns erlaubt eine kleine Überraschungsparty für dich zu schmeissen…”. Die gesamte Decke war voll von Luftballons in gelb, blau und rot- den kolumbianischen Farben. Daneben eine Fahne an der Wand, umgeben von Karnevaldekorierung und Bildern, einer Collage. Auf dem Tisch Becher in den Farben des Landes und aus dem I/Pod tönten Salsa, Merengue und Vallenato. Die Gaeste waren, so weit sie es dann hatten, in typischen kolumbianischen Trachten und Sombreros gekleidet- wieder war Schnaps im Spiel! Diese Party haette ich wirklich nicht erwartet, um so mehr, konnte ich mich darueber freuen. Doch damit nicht genug... bereits eine Stunde spaeter, das Wohnzimmer war voll von Leuten, stuermte eine Vallenato Band spielend in die Wohnung. Das ist hier recht kommun, Live Bands zu mieten und auch nicht besonders teuer. Bisher hatte es sich aber einfach nicht ergeben, das mal zu machen. Singend und klatschend im Wohnzimmer, mit Sombreros und bester Laune, hiess es dann nach einer Stunde wieder: "Los jetzt, packt die Sachen, wir ziehen weiter." Wir sind also alle, ausgestattet mit "Lederstiefeln" in die man, was wohl, Schnaps fuellt, raus aus der Wohnung und runter vor die Tuer. Jetzt musste ich den Kopf schuetteln: Sie hatten ein "Chiva" gemietet. Auch davon habe ich schon mal erzaehlt. Das sind die typische kolumbianischen Busse, gefertigt fuers feiern und tanzen. Die sind rot, haben farbenfrohe Dekorierungen, sind zu allen Seiten offen, haben weder Fenster noch Tueren, noch Sitze. Gut, im hintersten Teil gibt es zwei kleine Sitzreihen, ansonsten gibt es nur Stangen und sonst nix. Wir alle, 20 Mann, sind samt Vallenato Band auf die Chiva gestiegen und ab gings! Mit Live Musik und Lederstiefeln um den Hals ging es mit Ach und Krach durch Bogotá hoch in die Anden. Das koennt ihr euch wirklich nicht vorstellen- da fuehlt man sich kurz wie im falschen Film. Ich tanze zu Vallenato, dazu noch ner Liveband mitten in einem Bus, neben mir voellig bekloppte, die jubbeln und tanzen und immer schoen Schnaps nachschenken. Man hatte naemlich, kurz vorm aufsteigen in den Bus, einen Mini-Holzkelch um den Hals gehaengt bekommen, in den der Schnaps eingefuellt wurde. Oben in den Anden und ueber der Stadt, gabs eine irre Sicht auf Bogota.... Wahnsinn! Dort oben haben wir fuer einen kurzen Snack angehalten. Einer typisch kolumbianischen Huette mit einem riesigen Grill- es gab Fleischspiesse und dazu 2 Kartoffeln mit Pelle, deftig eben. Natuerlich hat uns auch hier die Band nach innen begleitet. Auch die wollte uebrigens immer, na ihr wisst schon, mit Schnaps versorgt werden. Gut gestaerkt ging es zur Ziellokation, einer Diskothek mit Livemusik. Zu 20 sind wir dort rein, haben natuerlich getanzt, gequatscht und uns schoooooooen von der grossen weiten Welt erzaehlt :-)! Am spaeteren Abend hat eine Band auf der 50cm breiten Bar gespielt und alles hat auf den Tischen getanzt. !Que rico pais! - Was fuer ein grossartiges Land!
Auf Grund des so schnelllebigen, "lauten" und stuermischen Abend ist es denke ich verstaendlich, dass die Rueckfahrt etwas ruhiger verlief und einige Leute diese, in der Horizontalen verlebten... :-) Ein sehr geiler Abend! Das hatte wirklich alles und war dazu noch unerwartet. Ich war begeistert und vielleicht merkt man mir meine Euphorie an den Worten noch an. Wartet, hoffentlich merkt man mir die noch an. Am Sonntag waer ich bestimmt sehr gut aufgewacht, wenn mir nicht mein Kopf weh getan haette. Aber gut, ich musste weiter, war zum Brunch eingeladen....
Damit aber noch nicht alles, denn am Montag fand ein Ereignis der ganz anderen Art statt. Ich hatte mich vor kurzem entschieden, eine Patenschaft fuer einen Jungen hier in Bogotá zu uebernehmen. Der Sueden Bogotá's ist eine der aermsten Regionen des Landes, nicht ganz ungefaehrlich und voller Miserie. Solange ich noch hier bin, wollte ich unbedingt die Chance wahrnehmen, den Jungen zu besuchen, zu sehen wo das Geld ankommt, fuer wen es ist und was es bewirkt. Ich glaube, dass man auf diese Art eine wirkliche Beziehung zu der Sache entwickeln kann. Wie auch immer, der Besuch dort geht auf Grund der Sicherheitslage nur Vormittags. Meine Chefin hatte mir glueklicherweise frei gegeben. So bin ich, gegen halb sieben Uhr fruehs in das Buero der Organisation. Dort wurde ich den Leuten vorgestellt und hatte einen Einblick in die Projekte und das Buero. Im 2. Stock lag bereits ein Haufen von Schuhen mit dem Logo der Org., Fahrraeder und Schreibsachen..... Vom Buero sind wir via Taxi eine halbe Stunde in den Sueden. Umso weiter suedlich, umso aermer wird es. Angekommen am Ziel, schuettelt man seinen Kopf vor Entsetzen. Das Taxi hat uns abgesetzt, wo die geteerten, gepflasterten Strassen endeten. Von hier an gibt es lediglich Sand, Schlammwege. Die Hauser stehen dicht an dicht, alle bunt und vielmehr Barracken, Huetten. Die Fassaden abgeplatzt, keine Tueren, weder Fenster. Ueberall streunern Hunde, nein vielmehr wirklich "dreckige Koeter" rum, schnueffeln im Muell, manche humpeln. Die Kinder rennen ueberall herum... Die Zone liegt mit starker Steigung direkt in den Bergen, so dass man ahnen kann, dass aus den Wegen Schlammlawinen werden, sobald es regnet. Glaubt nicht, dass die Kinder Stiefel haben.... Jedenfalls dort angekommen habe ich Jorge getroffen. Es ist sieben Jahre alt und lebt mit seinen 4 Geschwistern, ohne seinen Vater, mit seiner Mutter zusammen. Mir wurde die Schule gezeigt (eine Señora von der Organisation war immer dabei), war mit ihm in der Klasse. Die Schule, naja, klein, sehr kleine Raeume und die Fassade passt zu denen der anderen Haeuser. In der Klasse rennen die Kinder wild umher, lernen jedoch wenigstens lesen und schreiben. Danach gingen wir zu ihm nach Hause. Ich glaube das Haus ist kleiner als mein Zimmer und das fuer 5 Personen. Es gibt keine Tuer, seine Schwester kam ohne Hosen herausgelaufen. Das war eine Erfahrung der ganz anderen Art: eine wichtige, eine gute. Wenn man das mal sieht, weiss man was Armut, Miserie bedeutet. Das war sie so ziemlich, die letzte Woche.... die hatte noch mal Feuer! Jetzt komme ich also zu den "emotionalen und zusammenfassenden" Schlussworten :-).

Wenn ich mir heute die Titel von den Artikeln, als auch von den Alben anschaue, macht mich das froehlich, gluecklich und auch ein bisschen stolz. In vier Monaten habe ich einen Grossteil dieses schoenen Landes kennenlernen koennen. Die karibischen Kuesten, den Amazonas, die Anden, tropische Waelder, historische Staedte- die Hauptstadt. Dazu habe ich, was noch viel wichtiger ist, einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen bekommen koennen. In deren Lebensfreude, Gastfreundschaft, Optimismus, Leichtigkeit, Offenheit, Tanz- und Musikgeilheit. Das alles hier zu beschreiben, faellt mir wirklich sehr schwer, die Worte wuerden sich ueberschlagen. Kolumbien, danke fuer die vielen Bilder in meinem Kopf! Es gab Momente, in denen vor mir riesige Berge mit weiten Taelern lagen, Menschen, die ueber ueberschwemmte Strassen via Bruecken liefen, weisse bildschoene Straende, Kaimane und Spinnen, Indianer und Soldaten... Es gibt hier Fruechte, von denen wir in Deutschland noch nicht mal wissen. Maenner, die bekennende Fans von ihren Frauen sind. Unordnung, Durcheinander und fehlende Organisation. Die Metalldetektoren beim Eingang zu Siemens...
 Es ist ganz gross, wie mich die Leute hier empfangen haben, was sie fuer mich gemacht haben, mir ihr Land gezeigt haben. Wann bekommt man nochmal die Chance fuer 4 Monate voellig in ein anderes Land einzutauchen? Obwohl ich allein gewohnt habe, war ich am Wochenende nie Zuhause, wurde stets eingeladen bzw. bin ich verreist. Kolumbien ist wirklich genau das, exakt das, was ich vorher wollte- etwas voellig anderes! Keine europaeische Kultur, keine US-amerikanische.... etwas anderes. Sie haben wirklich ihr ganz eigene Kultur, das Lebensverstaendnis entspricht nicht dem europaeischen. Es gibt hier ueberall Hausfrauen und die Kinder ziehen erst mit oder nach der Heirat aus. Die Einstellung ist noch recht Macho, das heisst, vielen Frauen gefaellt es fuer die Maenner zu sorgen, eingeladen zu werden und Gentlemen zu haben. Die Maenner sind gleichzeitig aber auch mehr Gentlemen, viel dreht sich hier um Respekt. Um mit einer vergebenen Frau zu tanzen, muss der Mann vorher um Erlaubnis gebeten werden...
Aus dem Radio kommen keine US- Hits sondern Salsa, Vallenato, Merengue, Raggaeton... Frueh lernen die Kinder das alles zu tanzen, ja mit wenigen Jahren bereits. Es folgt ein Widerspruch, aber Kolumbien produziert das Koks, konsumiert es aber nicht! Weder Marihuana... Ich habe hier niemanden kennengelernt der eines von beiden konsumiert, auch niemanden, der einen kennt...(sicherlich gibts das aber auch). Die Gesellschaft der Jugend scheint deshalb gesuender, die Stimmung in den Clubs ist alles andere als agressiv, sondern "alle Welt ist mein Freund". Viele Taxifahrer, aber auch andere Leute haben mir staendig erzaehlt wie "grossartig ihr Land sei, wie viel Geschmack es haette"..."Erzaehl den Leuten, was Kolumbien wirklich ist..." hiess es ebenfalls häufig. Was mich aber wirklich begeistert hat, ist die Lebensfreude und Einstellung zu ihrem Land. Die Leute hier haben nicht mehr Gefuehle als wir, sie zeigen sie nur mehr! Positive, als auch negative, die Leute leben sie...

Natuerlich ist aber auch nicht alles Gold was glaenzt. Keine Stadt Kolumbiens kann mit den Europas mithalten, mit der Geschichte, der Architektur, der Vielfalt. Das Leben ist  langsamer, ruhiger. Da muss man wissen, was einem lieber ist. Jeden Tag hoert man ueber die FARC, Entfuehrten und den armen Regionen des Landes. Die FARC, die das Image und die Realitaet dieses schoenen Landes ruiniert. Die Situation verbessert sich jedoch, monatlich stellen sich Leute. Ich wuesste jedoch nicht, ob ich meine Kinder in diesem Umfeld aufziehen wollen wuerde. Obwohl die Staedte wie Sao Paulo oder Mexico Stadt viel gefaehrlicher sind als Bogotá. Es kommt auf die Regionen an. Deutschland ist bei allen Kolumbianern uebrigens hoch angesehen. Ein tolles Land haetten wir, so sagen die, die schon mal da waren. Das finde ich auch!! Beachtenswert finden sie es, wie schnell sich das Land nach 2 Weltkriegen und zerstoerten Staedten so erholt hat & wiederaufgebaut hat. Beachtenswert finden sie es, wie das Gesundheitssystem funktioniert, unsere Kinder keine Angst haben auf der Strasse zu spielen, Frieden herrscht. Das finde ich auch! Ja, wir zahlen hohe Steuern, aber dafuer haben unsere Strassen auch keine Loecher und in Berlin gibts keine Slums. Hier bezahlen die Leute ebenfalls steuern (nicht alle), meinen aber, sie sehen nicht fuer was. "Die Regierung klaut uns das Geld, viel Korruption herrscht immernoch", aber sie beschweren sich nicht, nehmen lieber noch nen Schluck und lachen...:-)

An diesem Punkt, wie bereits angedeutet, ein fettes Dankeschoen an die Leute hier. Wie ich aufgeommen wurde war aussergewöhnlich- meinen Respekt. Nicht zu vergessen ist jedoch mein Arbeitgeber, der mir das moeglich gemacht hat, mich hierher geschickt hat- ganz grosses Kino. Dafür bin ich dankbar. Es waren 4 sehr sehr geile und vor allem sehr intensive Monate. Schlag auf Schlag folgten manchmal die Eindruecke. Leute mit denen ich telefoniert habe, mussten unter der Wortflut bestimmt manchmal leiden..:-)  Danke fuer eine sehr sehr geile Zeit!
Ich freue mich wieder auf mein Leben in Berlin. Denn auch eine noch so krasse Zeit ist nur halb so intensiv, wenn sie ohne euch ist. Ich freue mich auf euch und danke euch fuers lesen- ich hoffe es hat Spass gemacht. Der Rest folgt dann im 4 Augengespraech, dann aber bei "Rock und Pils" an der Bar :-). Wenn mein Enthusiasmus und mein Tatendrang vorher nicht auf 100 Prozent waren, dann sind sie es jetzt wieder!

Abschliessen moechte ich mit einem Werbeslogan der auf CNN laeuft.

"Colombia, el unico riesgo es que te quieres quedar" ( Kolumbien, das einzige Risiko ist, das du bleiben willst)

Jetzt entscheidet ihr:
"Kolumbien: Kaffee, Koks & Kidnapping, oder doch nur alles Quatsch?"

Danke, Hasta luego und bis Uebermorgen!


ps. Album: "Sur de Bogotá...", Bilder von der Party am Samstag folgen heut Abend. Meine Kamera habe ich uebrigens bei der Abschiesparty Samstag verloren, gut, ich hatte sie den ganzen Abend ueber nicht in der Hand.... Schade um die fotos, die gibt es aber noch von anderen....

von Dominic Blank
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Friday, 21. november 2008 5 21 /11 /Nov. /2008 17:00

"Auf der Zielgeraden" nennt man das glaube ich, wenn einem noch 2 Wochen bis zur Rückkehr in die Heimat verbleiben. Dieser Bericht wird demnach der vorletzte, bevor ich 2 Tage vor meiner Abreise, noch einmal ein paar "zusammenfassende Schlussworte" finden werde.

Wieder einmal ging es über das Wochenende in die Ferne! Dieses mal mit dem Flugzeug von Bogotá an die Küste nach Cartagena- der Perle Lateinamerikas. Aber Moment einmal: "Schon wieder reisen übers Wochenende, arbeitest du dort überhaupt?" All diejenigen, die sich über meine Arbeitsmoral Gedanken machen, kann ich beruhigen. Gearbeitet wird hier bis 18:00Uhr immer, nur gibt es viel mehr Feiertage. Während Deutschland, bzw. Berlin auf gerade einmal neun Feiertag pro Jahr kommt, gibt es hier in Kolumbien 25(!) gesetzliche Feiertage! Daher ist es verständlich, dass alle Nase lang ein Feiertag ansteht... den Leuten gefällt es eben zu feiern. Wenn ein Feiertag übrigens auf einen Samstag oder Sonntag fallen sollte, wird der auf den Montag verschoben. Nicht schlecht was, einfach mal Feiertag verschieben:-)? Wie auch immer, so kommt es, dass auch der vergangene Montag ein Feiertag war. Es ging also vom Büro am Freitag direkt zum Flughafen und am Dienstag früh vom Flughafen direkt ins Büro. Aber wen interessiert hier schon meine Arbeitsmoral, zurück zu Cartagena...

 

"Noches de Cartagena que fascinan"(Nächte in Cartagena die faszinieren), so heisst es in der ersten Strophe eines bekannten kolumbianischen Liedes. Die Wahrheit ist, dass mir Leute seit dem ersten Tag erzaehlt haben, ich koenne nicht in Kolumbien sein ohne nach Cartagena zu gehen. Es gibt zwei "Touristenziele (fuer diejenigen die sich durch Koka, Kidnapping und Drogen nicht abschrecken lassen....)" in Kolumbien. Das erste ist Cartagena, das zweite ist die Kaffeeanbauzone im Westen des Landes. Cartagena ist mehr als nur als eine Stadt.

Sie wurde am 1. Juni 1533 gegruendet und gilt in der Geschichte als eine der ersten spanischen Stadtgründungen im Norden Suedamerikas. Cartagena erlebte ein schnelles Wachstum als wichtiger Hafen für die Schiffahrt des Kontinents. Die spanische Flotte kam zweimal jährlich nach Cartagena um hier die spanische Waren wie Waffen Rüstungen, Werkzeug, Textilien, Pferde zu vermarkten und Gold, Silber, Perlen und Edelsteine zu laden.

Auch die niederländischen und englischen Sklavenschiffe, soweit sie überhaupt in spanische Häfen in Amerika einlaufen durften mussten nach Cartagena. Aus diesem Grund wurde Cartagena häufig von Piraten attackiert und geplündert. Nach dem Einfall der Piraten befestigten die Bewohner die Stadt durch einem 11 km langen Schutzwall und die riesige Festung San Felipe. Die Einfahrt in die Bucht säumten fortan zwei Forts San José und San Fernando die nur schwer zu überwinden waren. 

Das wirklich beeindruckende an Cartagena ist dessen Altstadt. Diese Zone, umgeben von eben genanntem Schutzwall, ist in der Architektur des spanischen Kolonialstils gehalten. Leider klingt das nuechternen und langweiliger als es ist! Die gesamte Stadt ist Unesco Weltkulturerbe und zieht Touristen aus ganz Suedamerika an. Man muss sich das wie folgt vorstellen:

Angekommen am Flughafen geht es raus aus dem Flugzeug und rein in Wärme. Strahlende Sonne, das ganze Jahr. Umgeben von Palmen und am Meer entlang geht es mit dem Taxi in Richtung Innenstadt. Bereits nach 10 Minuten ist zur linken Seite die ca. 10 meter hohe Stadtmauer zu sehen. Alt, aber sehr gut erhalten sieht sie aus. Schon hinter der Mauer kann man aus dem Taxi die vielen Kirchen, Kathedralen und verschieden farbigen Häuserfassaden erkennen. Im Hintergrund lässt sich sogar die riesige Festung des damaligen Spanischen Herrschers erkennen. Während man an der Stadtmauer entlang in Richtung Stadtmitte fährt, lässt sich schon hier der Widerspruch der Stadt erkennen. Der Widerspruch zwischen neu und alt, Geschichte und Moderne. Zur linken erkennt man die Grundrisse der wunderschönen Altstadt, dessen Stadtmauer immernoch die alten Kanonen der damaligen Zeit zieren. Zur Rechten das Meer, das nicht mehr als 40 Meter von der Mauer entfernt ist. Ein riesiges, traditionelles Segelschiff liegt dort vor der Stadt im Hafen, das Nachts immer angestrahlt wird. Vor einem, in der Distanz, lässt sich die Skyline des neuen Teils Cartagenas erkennen. Ein herrlicher Widerspruch, ein beeindruckendes Bild.

Nach kaum mehr als 10 Minuten steigen wir dann aus dem Taxi aus, genau vor dem ehemaligen Eingangstor der Stadt, dem Wahrzeichen (Es gibt auch ein Bild von mir, wo ich vor einem Tor stehe, dass einen Turm als Spitze hat). Sobald man durch das Tor in den alten Teil der Stadt schreitet, schreitet man ca. 150 Jahe zurück in der Zeit. Vor einem befindet sich ein Marktplatz mit der Statue des Stadtgründers und eine riesige, bunte, im kolonialstil gehaltene Häuserfassade. Terrassen, die aus Holz scheinen, von denen Blumen in den verschiedensten Farben hängen. Überall sind Leute, die vor den Restaurants in der Stasse sitzen. Keine Autos, sondern Kutschen fahren durch die Strassen. Was nun vor mir liegt, ist ein riesiges Gebiet Altstadt, das durch und durch in diesem Stil gehalten ist. Ich habe zuvor nie ein so grosses Gebiet gesehen, dass so gut erhalten in einem solchen Stil erhalten ist. Das ist wirklich wie eine Stadt aus einer anderen Zeit, dazu noch die Stadtmauer die diesen  ganzen Teil umgibt. Abends werden die Häuser, Strassen, Kirchen und Kathedralen von dezentem, gelben Licht angestrahlt- das hat schon Atmosphäre. Ein Marktplatz folgt dem anderen, eine Kirche der anderen. Überall sind kleine Parkanlagen, Statuen die an das Leben der damaligen Zeit erinnern. Auf der Stadtmauer, der Wallanlage sind die Kanonen aufgestellt. An jeder Ecke sitzen die Menschen vor den Bars auf den Plätzen, Sänger und Bands stehen versammelt an den Tischen. Sie singen, tanzen- aber natürlich Merengue, Salsa und Vallenato. Geht man wieder ein paar Meter weiter kann man schon die Musik der traditionellen kolumbianischen Tänze hören und man sieht, wie eine Gruppe Tänze der Region vorführt. Das ist vielleicht auf den Fotos nicht so gut zu erkennen, aber die Atmosphäre ist es, die diese Stadt so einigartig macht. Es gibt in der gesamten Altstadtzone nicht ein einziges modernes Gebäude. Alle Fassaden sind in dem gleichen Stil erhalten, gepflegt und verschiedenfarbig.

Darüberhinaus ist Cartagena, "noches que fascinan" für sein Nachtleben bekannt. So findet man verteilt "auf"  der Stadtmauer Bars die ein ganz anderes Ambiente bieten. Da die Stadtmauer an einigen Stellen bis zu 30 Meter misst, haben einige Leute Bars auf der Wallanlage errichtet. Dort kann man neben den Kanonen und Wachtürmen bei Bier und Rum die Aussicht aufs Meer bzw. die Altstadt geniessen. Die Atmosphäre lässt sich wirklich schwer beschreiben, ebenso wenig von den Fotos einfangen. Zu dem Charme dieser Stadt kommt, dass vor dessen Küste  eine Inselkette liegt: "Islas de rosario". Auch dahin sind wir für einen Tag mit einem Boot gefahren, da sie für ihre karibischen Strände bekannt sind (Achtet mal auf die Beschreibungen der Fotos). Dort konnte ich dann bei Sonnenschein, türkis-blauem Wasser und weissem Strand Cocktails aus der Kokusnuss schlürfen und im Meer nach Fischen schnorcheln. 

Es gäbe noch viel mehr über Cartagena zu sagen, doch sehr wahrscheinlich, würde ich mich immer nur wiederholen.

 

"Hay que vivirlo, para saberlo" - "Man muss es erleben, um es verstehen zu können" 

 

FYI: http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,591368,00.html

von Dominic Blank
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Wednesday, 5. november 2008 3 05 /11 /Nov. /2008 21:55
Nach 2 1/2 starken Wochen im Norden und Süden des Landes, schloss sich in der vergangenen Woche "Halloween" an. Ich hätte nie gedacht, dass das hier so ausgiebig und mit einer solchen Begeisterung gefeiert wird... Denn auf dem Plan, ich spreche vom Büro bei Siemens, stand ein Wettbewerb. Ein Wettbewerb,welche Abteilung ihre "Zone" am besten, ausgefallensten und schlicht am schönsten dekoriert. Zeit dafür war die gesamte letzte Woche,  bevor die Kinder der Angestellten am Donnerstag darüber entschieden, wer schlussendlich gewinnen sollte. Dieses Jahr fand der Wettbewerb zum ersten Mal statt und wurde, wie man auf den Fotos sehen kann, dankend angenommen. Die gesamte Woche über wurde dekoriert, an Ideen gefeilt und manchmal auch in der Arbeitszeit fleissig dekoriert, gebastelt, geschnitten....:-) Unsere Abteilung hatte sich als Thema  "Das Meer" ausgesucht. Mein Beitrag war ein Leuchtturm, der mir angesichts meiner sonst eher beschränkten künstlerischen Fertigkeiten ganz gut gelungen ist. Natürlich muss man ja immer Flagge zeigen, weshalb auch die Aufschrift "Hamburgo, Alemania" nicht fehlen durfte! Auch ein Schiff haben ein Kollege und ich gebaut, aus dem später die ganzen Süssigkeiten für die Kinder fielen. Das Endresultat sah wirklich wie eine Unterwasserwelt aus. Nebem dem gabs noch die verschiedensten Ideen. Direkt neben uns gabs das "Piratenschiff" die alles im Stile Pirates of the Caribean hatten. Ausserdem gab es "Den Wald", mit Bergen, ner Palme in der Mitte, Lianen, Tieren..... den "Karneval von Baranquilla", "Die Bank", "Die Superhelden" etc.... Beim Karneval von Baranquilla gabs am Tag der Entscheidung typische Musik, etwas Tanz, typisches Essen und Videos im Hintergrund. Ausserdem haben sich  die Kollegen in die typischen Verkleidungen des Karnevals geworfen.... lustig. Der Karneval von Baranquilla ist sehr bekannt und nach Rio der zweitgrösste in Lateinamerika. Auch da wird für 4 Tage nur gefeiert,  getanzt, getrunken... Als dann endlich  die Kinden kamen um alle Abteilungen zu begutachten (was übrigens eine sehr geile Idee ist, da die Kinder der Angestellten mit einzubeziehen) haben die "Superhelden" z.B. mit Trompeten gewartet und ne Show hingelegt und jemanden engagiert der Pantomieme performed hat. Kein Wunder, dass derartiges Entertainment am Ende auch gewonnen hat (wir dahingegen, haben einen Präsentkorb gewonnen). Alles in allem war das wirklich eine lustige, spassige, künstlerische Woche...
Am Wochenende standen dann die Halloween Parties auf dem Programm. Auch hier musste ich staunen. Es waren weder Taxis, noch leere Busse zu bekommen- die Stadt war voll von verkleideten Leuten! Um Punkt 10 standen wir am Freitag vor einem Club  und die Strassen waren voll von Leuten in den verschiedensten Kostümen, also die Strassen waren wirklich voll.... von dem "Guerilla" Kostüm (FARC) bis zur Diskokugel war alles dabei. Ich selbst ging als Rockstar und hatte mir als Vorbild zuvor die Frontsänger von "Good Charlotte" und "Greenday" angeschaut. Schwarzes Haarspray gabs leider nicht, deswegen habe ich  rot nehmen müssen. Die Arme waren voll von Tattoos, eins unterm Ohr, die Totenkopfkrawatte, schwarz unter den Augen, Stachelarmband und Gürtel, schwarzes Hemd ganz weit hochgekrempelt und fertig... Im Club ging dann irgendwann das Dach auf und auf der Bar gabs ne Show von zwei Artisten. Erst als wir den Club verliessen und ich um ca. 4 Uhr vom Stadtzentrum bis zu meiner Wohnung 45 Minuten laufen musste, habe ich dieses Land zum ersten Mal verflucht! Wirklich verflucht... Ich hatte sowas von überhaupt keine Lust nach Hause zu laufen und wollte mich einfach in ein Taxi setzen- die gabs aber auf Grund der Fülle von Leuten nicht! Also ging ich, wohl oder übel, fluchend den Weg nach Hause um morgens in einem roten Kopfkissen aufzuwachen...
Sonntags gings schon um 08 (!) Uhr frühs zum Fussball mit Siemens- son Schei..., nur 1:1 und meine Bilanz heisst: verpasste Torchance und gelb-rote Karte nach 80 Minuten. Was soll das auch, die deutschen mit ihrem aggressivem Spiel...:-)
Anschliessend gings 3 Stunden in ein altes Dorf, ein Pueblo namens "Villa de Leyva". In Kolumbien sehr bekannt und touristisch  viel besucht, denn ganz in der Nähe fand der Unabhängigkeitskampf gegen die Spanier statt. Auf den Bildern könnt ihr vielleicht erkennen, dass die Gassen, die Häuser, recht alt und gut erhalten sind. Das nennt man "kolumbianischen Kolonialstil"- ein wirklich schönes Städtchen mit  viel Atmosphäre.
Am nächsten Tag, Montag war hier Feiertag, ging es mal wieder via "Cabalgata" (zu Pferd) durch die Gegend und die schöne Landschaft. In der Nähe liegen einige Attraktionen, wie eine Straussenfarm, ein Museum wo Dinosaurierfossilien gefunden wurden, blaue Lagunen und einen Ort, an dem ein alter Indianerkalender liegt (wie ganz viele kleine Obeliske, die, angestrahlt durch die Sonne, einen verschieden grossen Schatten geworfen haben, mit denen die Indianer Jahreszeit und Tag deuten konnten). Highlight war die Straussenfarm, auf der der ganze Zuchtprozess erklärt wurde, einschliesslich "anfassen und füttern". Das Fossilienmuseum hat mich nicht interessiert und beim Indianerkalender hats auch nicht für nen Foto gerreicht. Was wirklich Spass gemacht hat, war der Ritt durch die Landschaft, die Berge im Hintergrund und durch die Gassen von Villa de Leyva. Dazu der vom Pferdeinhaber verordnete, für die Region typische, "Sombrero" und die Lederhosen zum Schutz gegen Reibung, Schmutz und Schweiss des Pferdes. Man muss ja auch mal ein bissschen "Cowboy" spielen können...

Fotos: Die Alben "Halloween Siemens", "Halloween Fiesta" und "Villa de Leyva"
von Dominic Blank
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Thursday, 23. october 2008 4 23 /10 /Okt. /2008 01:05

Nach nur 2 Tagen Arbeit in der letzten Woche, ging es bereits am Freitag wieder auf Reisen. Auf diese freute ich mich besonders, denn das Ziel ist ebenso einmalig wie faszinierend- der Amazonas!

Ging es in der Woche zuvor vom Herzen des Landes (Bogotá) an die Kúste in den Norden, ging es dieses Mal in den absolut südlichsten Punkt Kolumbiens, nach Leticia (der zweite, grössere rote Pfeil in der Karte rechts am Bildrand). Der Flug dorthin dauerte ziemlich genau 2 Stunden und niemals zuvor bin ich in einem solch kleinem Passagierflugzeug geflogen. Es gab 3 Reihen, Platz für ca. 40 Leute und Turbulenzen inklusive. Beim Ansetzen zur Landung, aus den Wolken heraus hinein in die klare Sicht, setzte das erste Staunen ein- ein Meer von grün, Bäumen und mittendrin der Verlauf des Amazonas. Das nimmt einem wirklich kurz den Atem, das endlose grün und die vielen Bäume, dicht an dicht. Angekommen in Leticia setzte ein anderes alt-bekanntes Phänomen erneut ein: “Kopfschütteln und dabei lachen müssen”. Der “Internationale” Flughafen von Leticia misst, so schätze ich, gerade einmal 60 x 20 Meter und empfängt einen Flug am Tag: “Herlich Willkommen am Arsch der Welt, Herzlich Willkommen im Amazonas”. Die Wände waren überall mit Tieren und Pflanzen bemalt, ja schon mehr eine Gallerei, als ein Flughafen war das. Eingecheckt im 3 Minuten entferntem Hotel von 0 Sternen, aber warmem Wasser, Klimaanlage und gutem Essen, ging es sofort auf zur ersten Tour. Jeden Tag stand eine solch organisierte Tour an. Sofort fiel auf, dass es kaum Touristen gab- besser für uns! Meine Kollegin und ich hatten fast immer einen Tourguide nur für uns. Ausgerüstet mit Gummistiefeln, MÜCKENSPRAY und Sonnencreme ging es auf zum Boot und auf den Amazonas. Alle Touren liefen übrigens so ab, dass man vom Tourguide vom Hotel abgeholt wurde, zur Ablegestelle des Bootes ging und von da an mit dem Boot zur gewünschten Stelle fuhr.

 

In Leticia wird der Amazonas bis zu 1 km breit (bei der Mündung ins Meer noch um einiges breiter) und die Weite des Flusses mit der Flora und Fauna am Rand beeindruckt sofort. Es gibt übrigens zwei grundlegend verschiedene Epochen, zu der man den Amazonas besuchen kann. Eine erstreckt sich von April bis Juni und charakterisiert die Regenepoche. Zu dieser Zeit, regnet es täglich, fast ununterbrochen und der Amazonas steigt um bis zu 20 Meter. Hier kann man sich nur mit dem Kanu fortbewegen, weil der Fluss bis zu 40km landeinwärts reicht. Dann gibt es noch den Rest der Zeit, wie z.B. den Oktober, zu dem der Amazonas recht niedrig ist (vielleicht sieht man das auf einigen Bildern, da das Wasser nicht bis zum Rand reicht). Diese Zeit ermöglicht einem, den Wald zu Fuss zu erkunden und Pflanzen zu sehen, die zur Regenzeit überschwemmt sind. Aus diesem Grund “wächst auch nicht alles, was im Amazonas geboren wird”. Kann man zur “Trockenzeit” eben angesprochene Pflanzen sehen, heisst das nicht, dass diese auch überleben und weiterwachsen, weil zur Regenzeit viele Gebiete überschwemmt werden. Aber gut, das nur ein kurzer Exkurs. Beide Epochen haben also ihr für und wieder. Es wäre übertrieben und auch ohne Sinn, wenn ich jeden Tag ins kleinste Detail beschreiben würde. Zu viele Eindrücke gab es und zu verschieden waren diese. Deshalb folgen in der folgenden Beschreibung nur einige Highlights…

 

Vorab muss gesagt werden, dass man nicht mit der Erwartung in den Amazonas gehen darf, am laufenden Bande Leoparden, Schlangen oder Spinnen zu sehen  (natürlich ist uns allen klar, dass Herr Blank vorab die Erwartung hatte, einen erbitterten Kampf zwischen einem Tiger und einer Anaconda live mitzuerleben…J)  

Zu scheu sind die Tiere und sehr tief in den Amzonas müsste man sich über mehrere Tage begeben, um das alles hautnah zu erleben.

Was in Wirklichkeit viel mehr beeindruckt, ist die grenzenlose Weite und die unendliche Ruhe und Friedlichkeit, die der Amazonas darstellt. Die vielen, unaufnehmbaren Geräusche die man in Mitten des Waldes wahrnehmen kann, wenn man nachts mal alle Lichter ausmacht.

Aber gut, wo fange ich denn endlich an….

Zum Thema Flora und Fauna:

Mal ganz abgesehen davon dass es unzählige Bäume, Sträucher und Blumen in verschiedensten Farben und Ausprägungen gibt (dessen Namen rechts rein und links raus gingen), haben mich vor allem drei Dinge begeistert. Ersteres ist wie eine Seerose, die auch auf einem Bild zu sehen ist. Die Blätter dieser Seerose haben einen Durchmesser von bis zu 4 Metern und können bis zu 10 Kg tragen. Während auf der Unterseite cm grosse Stacheln sind, fässt sich die Oberseite wie Gummi an. Dessen Pflanze, die vermeidliche “Seerose” halt gerade einmal 36 h und ist Fussball gross. Das zweite, sind die so für den Amazonas bekannten Bäume, dessen Wurzeln nicht tief, aber in die Breite gehen. Hier von sind einige Fotos zu sehen. Ich meine hierbei diejenigen Bäume, die sternförmige Wurzeln haben, welche bis zu 40 meter vom Baum weg verlaufen und teilweise eine Höhe von bis zu 15 Metern erreichen, aber guckt euch die Bilder an. Ich glaube ein Baum hatte einen Durchmesser von 40 metern. Es ist schon erschreckend, wenn die Wurzeln eines Baumes um das vielfache grösser sind, als man selbst. Die Ureinwohner kommunizieren mit diesen Bäumen übrigens untereinander. Mit einem Stock schlagen sie, der abgesprochenen Zeichen entsprechend, mehrmals stark gegen die Wurzeln, die darauf einen ganz eigenen, lauten Ton von sich geben.

Auch Punkt Nummer drei ist ein Baum, der “Liebesbaum”.  Dieser Baum ist dafür verantwortlich, weshalb man manchmal Bäume sieht, die wie 2 ineinander gewickelte Bäume aussehen. Es sind auch 2 Bäume! Was passiert ist das folgende. Vögel tragen Samen dieses Baum in die Baumkrone eines anderen Baumes. Dort oben fängt der “Liebesbaum” an zu wachsen und wächst von dort an langsam nach Unten zu den Wurzeln des anderen Baumes. Dabei wickelt er sich wie eine Spirale um den Baum, wächst sogar in dessen Rinde bis schliesslich zu dessen Wurzeln. Hier angekommen breitet sich der Liebesbaum immer weiter aus und stranguliert dabei den “Mutterbaum”. Er zieht sich buchstäblich immer enger zusammen, bis nach einem Prozess von 12 – 30 Jahren, der Mutterbaum endgültig abstirbt. Das Endresultat sieht wirklich spektakulär aus.

Ohne Gummistiefel wäre man wirklich verloren gewesen, matschig und tief waren die Wege durch den Wald. Ihr könnt ab und zu Bilder sehen, die von einem See in Mitten des Waldes oder einem Seitenarm des Amazonas sind, je nach dem, wo gerade die Tour hin ging. Das Bild von mir mit den Affen war z.B. auf der “Insel der Affen” (bis zu 10.000 Affen leben dort), die Bilder mit dem Caiman und der Tarantel von einem Seitenarm, die “Seerosen” auf einem See. Da Leticia unmittelbar im Dreiländereck “Kolumbien, Peru, Brasilien” liegt, haben wir ständig die Grenze überschritten. Schon auf dem Amazonas konnte es sein, das Leute im gleichen Boot jeweils in Peru, der andere noch in Kolumbien und der dritte schon in Brasilien war. So kam es, dass wir den gesamten Samstag in Peru verbracht haben, Sonntag in Kolumbien waren und Montag nach Brasilien rüber sind.

Jetzt aber zu den “Tier”- Highlights:

Eigentlich gibts in Flüssen ja keine Delphine, im Amazonas jedoch schon. Dazu gibt es neben gewöhnlichen grauen auch aussergewöhnliche rosane, ja rosane! Das ist einmalig und gibt es weltweit nur im Amazonas. Hier hat mir das Glück schöööön in die Karten gespielt, so dass wir diese selten Ansicht geniessen konnten. In ihrer ganzen Pracht sind sie vor uns aus dem Wasser gesprungen, und die sind nicht etwa “mit viel Vorstellung etwas rosa” oder “leicht getönt”, sondern strahlend rosa! Leider waren die immer viel zu schnell für meine Kamera…

Das nächste waren die Affen auf der Insel der solchen. Hier habe ich nur eine Banane in die Luft gehalten und was danach folgte ist auf einem Bild zu sehen. Bis zu einem dutzend Affen bespringen einen. Wie weit evolutioniert (gibt es das Wort im Deutschen, Sari???) die sind, ist erstaunlich. Ich glaube die pellen und essen die Banane besser als ich (Jetzt sagt nicht, dass das stimmt!). Natürlich muss man auch die Papageien und sonstige farbenfrohe Vögel bemerken, die einem ständig auf den Wegen begleiten. Auch die grösste Rate der Welt, die auf einem Bild zu sehen ist (die Grösse eines Hundes) und das Faultier waren besonders. Der Höhepunkt war jedoch eine Nachttour, die wir “inoffziell” mit einem Guide gemacht haben (ich konnte halt nicht genug kriegen…). Mit nur einer Taschenlampe ging es am Rand des Amazonas auf Caiman- (Familie der Krokodile, nur kleiner und agiler) und Krokodilsuche. Spätenstens hier habe ich mich wie Indianerjones auf Adventuretrip gefühlt. Denn niemand war auf dem Fluss, die Geräusche schienen in der Nacht viel lauter und die roten Augen der Caimane im Wasser vor einem. Der Guide lag auf der Spitze des Bootes und hat von links nach rechts geleuchtet. Wir sind in einen Seitenarm des Flusses eingebogen, der zunehmend enger wurde, am Schluss nur bis zu 4 Meter breit war. Dann folgte das Zeichen:”Pssst, Ruhe….”, ein Griff ins Wasser und ein Caiman in der Hand des Guides. “Wie hat der das nur gemacht?” Stark…. In den Bäumen links und rechts, Eulen und Echsen, die vom Zylinder unserer Taschenlampe eingefangen wurden. Am Ende des Flusses ging es auf einen 20 Minütigen Spaziergang- Irre! Die Geräusche und vor allem sein eigenes Vorstellungsvermögen führen dazu, dass man sich bei jedem Rascheln umdreht, auf jeden Schritt achtet. Beim Anleuchten einer Palme entdeckten wir eine Tarantel- mit Haaren überzogen und wie man sich das vorstellt. Auf der nächsten Palme wieder… über einem im Baum die Affen…  

Der Himmel war übrigens selten klar, so hell wie nie. Klar, kaum Verschmutzung, weder viel Licht gab es hier…. Faszinierend, das ganze Zusammenspiel untereinander, ohne Worte quasi…

Achso, sollte ab und zu mal ein Haus auf den Bildern zu sehen sein, ist das ein schwimmendes Haus. Es ist getragen von Baumstämmen, die schwimmen und so leben dort eine Vielzahl von Menschen. Zur Trockenzeit stehen die manchmal schief, halb schwimmend, halb auf dem Ufer. Hm, ich stell mir das schwierig vor, bei 45 Grad Querlage zu kochen, schlafen usw….

Gott, fast hätte ich die Ureinwohner vergessen! Mit dessen Kindern habe ich Fussball gespielt, das war wirklich lustig. Man fühlt sich dort wie auf Missionarsmission in Afrika, denn sofort kommen alle Kinder um einen herum gestürmt, schauen dich an, lachen die ganze Zeit. Da fühlt man sich peinlich berührt, zwei Welten treffen aufeinander.

 

Das waren jetzt jetzt dann doch recht viele Ausführungen und Erfahrungsschilderungen, was?! Geht nicht anders, denn all das muss raus aus meinem Kopf und rauf aufs Papier.

Ingsgesamt lässt sich sagen, dass die letzten zwei Wochen mit der Küste (Tayrona und Baranquilla) und dem Amazonas der absolute Hammer und die ausufernde Reizüberflutung war. Dazwischen immer wieder Gespräche mit den Leuten über Kolumbien, die FARC, die Situation…. Ich benutze das folgende Wort oft, aber in diesem Fall beschreibt es die Situation, die Zeit wirklich treffend- der Wahnsinn!

 

  

von Dominic Blank
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Wednesday, 15. october 2008 3 15 /10 /Okt. /2008 22:15
Nach einigen Wochen Abwesenheit melde ich mich mal wieder zu Wort. Dieses Mal mit einer besonderen Reise, einer Reise an die Küste, in den Naturpark Tayrona. Genauer gesagt, ging es mit dem Flugzeug in die Stadt Baranquilla und von dort aus über Santa Marta nach Tayrona (auf der Karte rechts am Bildrand markiert). Aber immer der Reihe nach...
Geplant wurde die Reise mit einer Kollegin und deren Freunde, die alle ursprünglich aus Baranquilla stammen. Laut denen, musste ich die Küste, deren Leute, Essen und Lebensstil unbedingt kennen lernen (Bogotáner gelten  als die verschlossensten, die Leute von der Küste als die offensten). Das war jedoch nicht der wesentliche Grund, sondern vielmehr war es Absicht, den Tayrona Naturpark kennenzulernen. Naturpark, weil sich hier Berge, tropischer Wald und Strand vereinen. Es soll einer der wenigen Ort der Welt sein, an dem Berge direkt am Strand ansetzen und die ganze Natur dazu noch so original belassen und unberührt ist. Hier findet man weder Hochhäuser, noch Massenhotels, noch sonst irgendwas- lediglich Hängematten und Zelte erlauben einem die Übernachtung.
Wie schon erwähnt, ging es am Freitag mit dem Flugzeug von Bogotá nach Baranquilla. Schon das hat Spass gemacht, da ich beim Einsteigen mit einem Engländer und einem Australier ins Gespräch gekommen bin. Beide waren Minen Ingenieure und haben vorher in Afrika, Australien und Kanada gelebt, so dass wir zusammen über die Kolumbianische Art des Lebens philosophieren konnten...:-)
Wie auch immer: Wir sind fast nicht in Baranquilla angekommen...warum? Na die haben kurzfristig einfach den ganzen Flughafen gesperrt. Angeblich, wegen einer "Gefahr am Boden", so dass wir schon auf den Weg in das 1 1/2 entfernte Cartagena waren. Letztendlich und kurz vor Cartagena, hiess es dann doch umdrehen und in Baranquilla landen- der Flughafen war wieder freigegeben.
Angekommen in Baranquilla haben mich die Freunde einer Kollegin abgeholt. Die feuchte Hitze trifft einen sofort wie eine Wand. Abgeliefert im Haus von Verwandten derer, wo die gesamte Familie schon mit dem Essen auf mich gewartet hatte, gings dann erstmal an den Smalltalk.  Was danach folgte war ein Besuch in 2, 3 Bars und Whisky auf Eis....
Morgens um 9 gings endlich ab nach Tayrona! Abgeholt wurden wir von einem "Tür-zu-Tür Service" in Form eines Taxis, das für den Weg von Baranquilla über Santa Marta nach Tayrona (ca. 2 1/2 Stunden) gerade einmal 30€ gekostet hat.
Angekommen in Tayrona muss man zuerst eine Kontrolle auf Drogen über sich ergehen lassen, bevor man in den Park gelassen wird. Wieder zurück im Taxi wird man noch 1 km bis zum Parkplatz gebracht, bevor man endgültig aussteigen muss. Von hier an hat man 2 Möglichkeiten; Entweder den beschwerlichen Weg durch den tropischen Wald samt Gepäck auf dem Rücken, oder man überlässt das ganze den Pferden, die für ein wenig Endgelt das ganze bis zum gewünschten Strand bringen. Wir, natürlich, haben uns für die Variante mit den Pferden entschieden. Das heisst jedoch nicht, dass die uns getragen haben, nein, laufen mussten wir schon selbst! Es gibt rund 8 Strände im ganzen Park, der zu Fuss nur schwer zu erkunden ist. Nach ca. 1 Stunde durch den Wald und den ersten Affen auf dem Weg, erstreckte sich dann endlich "Strand" vor uns. Das Bild war wirklich beeindruckend. Einige von euch kennen vielleicht die Fernsehserie "Lost" (Nein, ich war kein FAN!!), so kann man sich das ungefähr vorstellen. Weit und breit nichts zu sehen, ausser der Strand vor den Füssen, die Palmen entlang des Strandes, den Kokosnüssen auf dem Boden und die bewaldeten, grünen Berge im Hintergrund- ein wahnsinniges Bild! Leider können die Fotos das nicht wiedergeben, sondern wirklich nur erahnen lassen. Dazu kommt noch, dass teilweise riesige Steine, wie Fundlinge, in der Brandlung liegen. Das alles ergibt schlussendlich ein unberührtes, wunderschönes Bild. Ein Krititiker hat mal bezüglich eines Strandratings über Tayrona geschrieben:" Niemals zuvor, war ich im ersten Moment so beindruckt und überwältigt wie in Tayrona....(The Guardian, England)". Entlang des Strandes ging es noch ca. 20 Minuten zum Strand unserer Wahl. Hier gab es ein kleines "Restaurant" und nebem dem nur Hängematten und Zelte. Auch beeindruckend war, wirklich jeden Morgen um Punkt 7 Uhr von der Sonne geweckt zu werden- einen besseren Wecker gibt es nicht! Wirklich um Punkt 7, denn das heisse Klima erlaubte einem nicht länger zu schlafen. Im Zelt hat man es kaum ausgehalten... Ständige Begleiter am Abend waren übrigens Krebse, die sich in ihre Löcher (auch in der Zeltgegend) zurückgezogen haben (Tennisball gross).
Knapp 3 Tage und 2 Nächte waren wir dort und nebem dem "faulen rumliegen am Strand" haben wir auch den harten und beschwerlichen Weg in das 1 1/2 Stunden entfernte Indianerdorf auf uns genommen. Es gibt 2 Familien, die noch in dem Park wohnen und zu denen man vom Strand hoch in die Berge muss. Ein Weg wurde zwar "konstruiert", jedoch über Stock und Stein steil nach oben.... Ich habe glaube ich noch nie in meinem Leben so viel Wasser gelassen- der Anstieg, das Klima, die Höhe. Als ich dann die erste Schlange über mir im Baum gesehen habe, habe ich beschlossen ab hier an nur noch geradeaus zu schauen...:-) Denn ein Tourguide war nicht dabei und in Flip Flops und oberkörperfrei fühlt man sich nicht immer zu 100% sicher...
Angekommen im Dorf machte sich Enttäuschung breit- "der ganze Weg, das viele schwitzen und unzählige Mosquitobisse für 4 Tippizelte und 3 eingeschüchterte Ureinwohner?! Das kann doch nicht alles gewesen sein?" Doch, war es aber... Es ging also wieder 1 1/2  Stunden runter an den Strand und in das warme, türkis-blaue Wasser... Gut, es muss auch Niederlagen geben!:-) (was soll man auch  von einem Indianerdorf erwarten)
Ansonsten guckt euch einfach die Bilder an, ich hoffe die Eindrücke lassen sich erahnen. Ohne Zweifel, war das bestimmt der schönste Fleck Erde, den ich bisher gesehen habe.

Montag Nachmittag ging es dann wieder zurück nach Baranquilla, wo uns die Familie mit typischem Küstenessen empfangen hat- so etwas wie Empanadas gefüllt mit Reis, Ei und Fleisch, Garnelen mit besonderer Salsa etc...
Dienstag wurde mir die Stadt Baranquilla (mit ca. 1 1/2 Millionen Einwohner die glaube ich drittgrösste Stadt Kolumbiens) vorgestellt. Es gibt hier keine Altstadt und auch keine Metro oder einen Busbahnhof. Doch die Atmosphäre mit Palmen, Strand und den herzlichen Mensch zählt. Von daher gefällt mir die Stadt besser als Bogotá- es gibt kaum Hochhäuser, das Leben ist gelassener und die Leute voller Lebensfreude. Im Süden der Stadt gibt es sehr viel Industrie, Märkte und auch jede Menge Armut. Schon auf dem Weg von Baranquilla nach  Tayrona wird einem bewusst, was Armut wirklich bedeutet. Direkt neben dem Strand hausen die Leute in Blechhütten. Jedoch nicht eine oder zwei Hütten, sondern gleich ein ganzer Bezirk. Man kann durch die Hütten durchschauen, dicht an dicht reihen diese sich aneinander und das ganze Leben spielt sich auf den Wegen und Strassen vor den Häusern, pardon, "Hütten" ab....
Fährt man vom Flughafen (der liegt etwas ausserhalb) in die Stadt, erstrecken sie bereits nach 10 Minuten zur Rechten und Linken die unzähligen Stände, Märkte, halb abgerissene, leerstehende Lagerhäuser. Hier heisst es "Bienvenido a un país tercer mundista- Herzlich Willkommen in einem Land der dritten Welt". Doch hier tobt das Leben! Überall laufen die Leute kreuz und quer über die Strassen, rufen, schreien, kaufen, verkaufen, schlafen und rennen... überall Mopeds, Leute mit ihren Eseln die die Karren ziehen, Fahrräder und Lastwagen- ein wirklich unbeschreibliches Bild. Da weiss man mal kurzzeitig nicht ob man den Kopf schütteln soll oder lachen sollte, oder beides gleichzeitig?
Schaut euch die Bilder an und achtet auf die Titel...  (Ich habe fast ausschliesslich die hässlichen Teile von Baranquilla fotografiert. Einfach aus dem Grund, weil dass das extremste war. Keine Angst, es gibt auch schöne Teile...)
Dazu kommt noch eines- Baranquilla hat als einzige Stadt kein Abwassersystem. Im Fall, dass es mal regnen sollte (passiert seltener) entwickeln sich wie kleine Flüsse in den Strassen, die dann Berg abwärts in die nächst grössere Strasse münden, in der die Strömung dann noch reissender wird. Schlussendlich mündet das ganze Wasser in den Fluss "Rio Magdalena" der dementsprechend schwarz ist. Schade nur, dass das einer der wichtigsten und grössten Flüsse Kolumbiens ist! Schade, dass Menschen von diesem fast schwarzen Wasser abhängig sind, um zu kochen, trinken und zu überleben...
Zum Glück hat es am Dienstag eine halbe Stunde geregnet, so dass ich Zeuge von diesem seltenen Schauspiel wurde! Und ja, hier musste ich definitiv beides- den Kopf schütteln und dabei lachen!!:-)
Es hat nicht allzu doll geregnet, sollte das aber mal der Fall sein, können die Leute ihre Häuser nicht verlassen, weil es sonst zu gefährlich wäre, die Strömung die Autos erfassen würde... Schaut euch mal die Bilder an, wo die Leute über eine Art "Brücke" über die Strasse gehen- da stellen die Leute Holzkartons hin und nehmen dafür Geld, um die Leute über die Strasse zu lassen. Wenn ein Auto durch will, wird die Brücke eben schnell wieder abgebaut und danach wieder aufgebaut. Geile Idee- auch  was für Berlin?? Wir haben doch immer nach ner Idee gesucht um uns selbständig zu machen...

Sei es wie es sei; Die letzen Tage waren erneut voll von Eindrücken, schönen wie einmaligen. Am Freitag, sprich Übermorgen gehts weiter in den Amazonas. Dann heisst es vom Herzen des Landes, in den absoluten Süden, mit der Grenze zu Peru und Brasilien- ich bin gespannt!

Wilkommen im Paradies und der dritten Welt!
von Dominic Blank
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Vom 08.08 - 05.12.2008 heisst es 4 Monate Bogota, Kolumbien.
"Kaffee, Koks & Kidnapping" oder alles Quatsch?

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